Der durchschnittliche Städtereisende hat Westeuropa mittlerweile satt. Immer mehr Menschen zieht es nach Osteuropa. Prag, neben anderen Reisezielen, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Und seien wir ehrlich: Die tschechische Hauptstadt ist eine wunderschöne Stadt. Die imposante Karlsbrücke, die Prager Burg und der historische Marktplatz sind absolute Highlights. Doch nicht nur die Reiseziele verändern sich, sondern auch die Art und Weise, wie Menschen heutzutage Städte erkunden. Zu Fuß gehen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein ist ideal, aber auch Radfahren ist eine perfekte Möglichkeit, Städte zu entdecken. Dieser Blogbeitrag „Mit dem Fahrrad durch Prag“ entstand in Zusammenarbeit mit De Jong Intra.
Prags Kopfsteinpflasterstraßen machen Radfahren zu einer Herausforderung
Radfahren durch Prag ist eine Herausforderung
Prag ist keine fahrradfreundliche Stadt. Große Teile der Altstadt sind mit Kopfsteinpflaster gepflastert, was das Radfahren nicht gerade angenehm macht. Eine weitere Herausforderung ist es, den Menschenmassen auszuweichen. Besonders in der Hochsaison kann die Stadt unglaublich überfüllt sein. Doch die Mühen lohnen sich. Prag hat so viel Schönes zu bieten, und mit dem Fahrrad hat man die Möglichkeit, all das zu bewundern.
Die meisten Sehenswürdigkeiten Prags sind bequem zu Fuß erreichbar. Dazu gehören der Altstädter Ring mit dem Altstädter Rathaus und der Astronomischen Uhr, das Jüdische Viertel (Josefov) mit seinen zahlreichen Synagogen und dem jahrhundertealten Friedhof, die Karlsbrücke, die Prager Burg, die Kleinseite und der Wenkaslasplatz.
Detail der astronomischen Uhr
Der alte Platz mit der astronomischen Uhr
Wer schon einmal in Prag war, weiß, wie voll es auf dem Altring sein kann. Die meisten Besucher bestaunen die beeindruckende astronomische Uhr. Hier befinden sich auch die Teynkirche, der Herbstturm und das Gemeindehaus. Da es hier so voll werden kann, ist es ratsam, das Fahrrad irgendwo abzustellen oder es an der Hand zu nehmen und den Platz zu Fuß zu erkunden.
Auf dem Platz treten regelmäßig Künstler auf. Wenn Sie eine große Menschengruppe sehen und Musik hören, sollten Sie unbedingt vorbeischauen.
Eindruck vom jüdischen Viertel
Das jüdische Viertel
Das jüdische Viertel lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad erkunden. Hier finden Sie zahlreiche Synagogen, darunter die Maisel-, die Pinkas-, die Klausen-, die Spanische und die Altneu-Synagoge. Diese Synagogen sind die meistbesuchten und beeindruckendsten. Steigen Sie unbedingt ab und erkunden Sie einige von ihnen von innen. Zwischen der Klausen- und der Maisel-Synagoge liegt der jahrhundertealte jüdische Friedhof. Mehr als 100.000 Juden sind hier begraben. Die letzte Beisetzung fand 1796 statt. Dies verdeutlicht das hohe Alter dieses Friedhofs.
In Josefov finden Sie weitere wunderschöne Gebäude, wie zum Beispiel das Rudolfinum. Sind Sie ein Shopping-Fan? Dann sollten Sie unbedingt die Straße mit den vielen exklusiven Modemarken besuchen.
Die John-Lennon-Mauer
Die Karlsbrücke und Malá Straná
Die Karlsbrücke ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Prags. Die 600 Jahre alte Brücke verbindet die Altstadt mit der Kleinseite über die Moldau. Von der Brücke aus hat man einen freien Blick auf eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt: die Prager Burg. Erklimmen Sie die Treppen der beiden Türme zu beiden Seiten der Brücke, um die herrliche Aussicht zu genießen. Besuchen Sie die Brücke am besten vormittags, da es nachmittags so voll sein kann, dass Radfahren fast unmöglich ist.
Auf der anderen Seite der Brücke befindet sich die Kleinseite. Dort können Sie verschiedene Sehenswürdigkeiten besichtigen, darunter die John-Lennon-Mauer, die St.-Nikolaus-Kirche und den Lobkowicz-Palast. Auch die Insel Kampa ist wunderschön.
Der Petřín-Park mit seinem Aussichtsturm ist ebenfalls einen Besuch wert. Der Turm ist dem Eiffelturm nachempfunden. Fahren Sie mit dem Fahrrad etwas langsamer. An manchen Stellen beträgt die Steigung 10 %. Wer den Aussichtsturm sehen möchte, muss außerdem über 300 Stufen erklimmen. Zum Glück gibt es im Park Möglichkeiten, sich zu erholen.
Eingang zur Prager Burg
Prager Burg
Um die Prager Burg in ihrer ganzen Pracht zu bewundern, müssen Sie mit dem Fahrrad einen kurzen, steilen Anstieg bewältigen. Radfahren ist innerhalb der Burgmauern verboten, parken Sie Ihr Fahrrad daher bitte außerhalb. Wenn Sie die Prager Burg komplett besichtigen möchten, sollten Sie einen halben Tag einplanen. Hier finden Sie den Veitsdom, das Goldene Gässchen, die St.-Georgs-Basilika und mehrere Burghöfe.
Das Schloss grenzt an den Letná-Park, wo man dem Trubel entfliehen kann. Nördlich davon befindet sich außerdem ein Park, der sich ideal zum Radfahren eignet.
Der 600 Meter lange Wenzelsplatz
Wenzelsplatz
In der Neustadt befindet sich der Wenzelsplatz, auch Václavské námestí genannt. Der Platz ist ein Symbol des tschechischen Widerstands gegen den Kommunismus. Ursprünglich war er ein Boulevard mit viel Grün, Geschäften und Hotels auf beiden Seiten. Der Wenzelsplatz ist über 600 Meter lang und lässt sich angenehm mit dem Fahrrad umrunden.
Schlendern Sie unbedingt durch die vielen Seitenstraßen rund um den Platz und besuchen Sie eines der dortigen Geschäfte. Das riesige Spielwarengeschäft Hamleys ist beispielsweise einen Besuch wert, oder Sie können das Museum des Kommunismus besichtigen.
Auf dem Hügel liegt die befestigte Stadt Vyšehrad.
Die Festungsstadt Vyšehrad
Nur 2,5 Kilometer von der Altstadt entfernt liegt die befestigte Stadt Vyšehrad. Dieser Teil Prags schmiegt sich an einen Hügel. Von den imposanten Mauern bietet sich ein herrlicher Blick auf Prag und die Moldau. Hier befinden sich auch die Kirche St. Peter und Paul sowie ein Friedhof, auf dem zahlreiche tschechische Berühmtheiten begraben liegen.
Das Tanzende Haus, gesehen von der Moldau aus
Noch mehr besondere Orte
Das Tanzende Haus symbolisiert zwei Tänzer: Fred und Gingers. Die Tschechen sind von diesem Haus etwas weniger begeistert, aber es ist zweifellos etwas Besonderes. Von hier aus kann man wunderschöne Fotos von der Moldau mit der Prager Burg im Hintergrund machen.
Die Kyrill-und-Methodius-Kirche befindet sich 200 Meter weiter. In dieser Kirche versteckten sich die Elitesoldaten, die Reinhard Heydrich im Zweiten Weltkrieg ermordeten. Angeblich wurden die Soldaten verraten, woraufhin die Kirche umstellt und das Feuer eröffnet wurde. Die Einschusslöcher dieses Vorfalls sind noch heute sichtbar. Jozef Gabčík und Jan Kubiš, die Reinhard ermordeten, gelten als Nationalhelden. Das Versteck der Soldaten kann hier kostenlos besichtigt werden.
Viele berühmte Hollywood-Filme wurden in Prag gedreht. Sowohl „Mission Impossible“ als auch „Casino Royale“ entstanden dort. In der Apolinářská-Straße befindet sich eine ehemalige Nervenheilanstalt. Dort werden regelmäßig Horrorfilme gedreht.
Die Karlsbrücke ist natürlich einzigartig und wunderschön. Aber auch die Aussicht von der Nuslebrücke ist lohnenswert. Diese Brücke verbindet die Neustadt mit dem Prager Stadtteil 4. Von der Brücke aus hat man einen Blick auf die Stadtteile Vršovice und Fidlovačka.
Lust auf Entspannung nach der Radtour? Dann ab zum Moldau-Ufer in Naplavka! Dort können Sie an Bord eines der vielen Boote mit Restaurant gehen oder einfach auf einer Bank die herrliche Aussicht genießen.
Der Blick auf die Karlsbrücke
Prag mit dem Fahrrad – sehr empfehlenswert!
Möchten Sie mehr von Prag sehen und sind Sie einigermaßen fit? Dann sollten Sie unbedingt eine Radtour durch Prag unternehmen. Achten Sie darauf, dass Ihr Fahrrad über mehrere Gänge verfügt, damit Sie auch Steigungen bewältigen können. Seien Sie vorsichtig im Straßenverkehr. Autofahrer und Fußgänger sind nicht auf Radfahrer eingestellt. Auf dem Kopfsteinpflaster ist besondere Vorsicht geboten, da man leicht in Löcher gerät und einen schweren Sturz erleiden kann. Trotz der Gefahren ist eine Erkundung Prags mit dem Fahrrad sehr zu empfehlen.
Ihre Städtereise nach Prag mit dem Fahrrad wird noch schöner, wenn Sie eine Tour mit einem (niederländischsprachigen) Guide buchen. So erhalten Sie mehr Hintergrundinformationen zu den Sehenswürdigkeiten. Der Guide kann Ihrem Prag-Erlebnis das gewisse Extra verleihen.
Blick auf Prag vom Petřín-Park
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