Ein Besuch in Mathare: eine andere Seite von Nairobi

Bei einer Reise durch Kenia denkt man sofort an Safaris, Nationalparks und Wildtiere. Doch das Land hat weit mehr zu bieten als nur Pirschfahrten und die „Big Five“. In Nairobi kann man eine ganz andere Seite Kenias entdecken. Ein Besuch in Mathare gewährt einen authentischen Einblick in den Alltag vieler Einwohner der Stadt. Man sieht die Herausforderungen, denen sich die Menschen stellen müssen, aber auch, wie die Bewohner versuchen, sich in ihrem Viertel und ihrer Zukunft etwas aufzubauen. Erwarten Sie keine typische Touristenattraktion, sondern ein Erlebnis, das Ihnen ein realistischeres Bild von Nairobi vermittelt als die bekannten Sehenswürdigkeiten oder Safaris außerhalb der Stadt.

kenia-mathare-5
Mathare zeigt eine andere Seite von Nairobi

Warum sollte man Mathare besuchen?

  • Sie erhalten einen Einblick in den Alltag in Nairobi.
  • Lernen Sie die Bewohner kennen und hören Sie sich ihre persönlichen Geschichten an.
  • Sehen Sie sich die Initiativen an, die dem Viertel helfen, sich weiterzuentwickeln.
  • Lernen Sie das lokale Leben abseits der Touristenorte kennen.
  • Reisen Sie mit dem Matatu durch die belebten Straßen von Nairobi.
  • Erleben Sie eine ganz andere Seite Kenias als Safaris und Natur.

Mathare: mehr als nur ein Slum

Mathare wird oft als Elendsviertel oder „ Slum “ bezeichnet. Das bedeutet, dass viele Häuser nicht offiziell registriert sind und die Versorgung mit grundlegenden Annehmlichkeiten wie Abwasserentsorgung, Müllabfuhr und sauberem Trinkwasser eingeschränkt ist. Diese Beschreibung erzählt jedoch nur einen Teil der Geschichte.

Mathare ist eine der größten informellen Siedlungen Nairobis und liegt nordöstlich des Stadtzentrums. Die Schätzungen der Einwohnerzahl variieren stark, aber es leben dort mindestens Hunderttausende Menschen.

Das Viertel besteht aus engen Gassen, einfachen Wellblechhäusern und kleinen, verstreut liegenden Geschäften. Gleichzeitig sieht man Schulen, Sportanlagen, Cafés und kleine Läden, wo die Bewohner versuchen, etwas aufzubauen. Überall ist etwas los, und trotz der schwierigen Umstände herrscht im Viertel eine gewisse Lebendigkeit.

kenia-mathare-2
Das Viertel wird als Slum beschrieben.
kenia-mathare-11
Dort leben Hunderttausende von Menschen.
kenia-mathare-10
Die Umstände sind nicht einfach, aber es gibt auch Hoffnung und Widerstandsfähigkeit.

Mit dem Matatu nach Mathare

Um nach Mathare zu gelangen, fuhren wir mit einem Matatu. Das sind Minibusse, die in Nairobi als öffentliches Verkehrsmittel dienen und ein wichtiger Bestandteil des Alltags sind. Eine wirklich interessante Art zu reisen. Die Musik war so laut, dass wir nach einer Weile sogar fragten, ob man den Bass etwas leiser stellen könnte. Überall im Bus hingen Bildschirme mit Videoclips, und die Fahrt fühlte sich eher wie ein fahrender Nachtclub als wie ein öffentlicher Nahverkehr an.

Gleichzeitig wird einem aber auch bewusst, dass dies für viele Anwohner einfach der tägliche Weg zur Arbeit ist. Wenn man schon so unsanft geweckt wird, beginnt man den Tag wenigstens nicht halb verschlafen.

Es wurde noch besser, als wir später in Mathare wieder abgeholt wurden. Der Fahrer ließ den Bus wie einen Lowrider auf und ab hüpfen, während die Musik durch die Nachbarschaft hallte. Innerhalb weniger Sekunden tanzten und sprangen Kinder um den Bus herum. Dieser Moment ist mir wirklich in Erinnerung geblieben.

kenia-mathare-25
Wir fuhren mit diesem Versace-Matatu nach Mathare.
kenia-mathare-24
Laute Musik und Bildschirme überall im Inneren
kenia-mathare-16
Die Kinder waren völlig aus dem Häuschen wegen des Hupens und der niedrigen Sitzposition des Matatu.

Erster Eindruck von der Nachbarschaft

Bei unserer Ankunft erhielten wir zunächst eine Einweisung von den Guides. Es ging vor allem um Respekt und angemessenes Verhalten in der Nachbarschaft. Wir wurden beispielsweise gebeten, unsere Handys möglichst wegzustecken, keine Fotos ohne Erlaubnis zu machen und immer vorher um Erlaubnis zu fragen. Diese Erklärung erschien uns sehr einleuchtend. Schließlich befinden wir uns in einem Wohngebiet, wo die Menschen leben, arbeiten und ihren Alltag verbringen.

Ehrlich gesagt war mein erster Eindruck von Mathare ziemlich erschreckend. Schon von Weitem sieht man Gerümpel, einfache Häuser und Menschen, die überall auf der Straße zwischen den Tieren leben. In diesem Moment fragt man sich unwillkürlich: Wo sind wir hier eigentlich gelandet?

Doch je länger man durch das Viertel geht, desto mehr wird einem bewusst, dass Mathare weit mehr ist als nur Armut. Man sieht Geschäfte, Straßenhändler, Schulen und Orte, an denen sich junge Leute zum Sport oder Spielen treffen.

kenia-mathare-1
Das erste Bild von Mathare war genauso erschreckend.
kenia-mathare-4
Man sieht aber auch, dass die Menschen in dieser Gegend die Initiative ergreifen.
kenia-mathare-22
Und was am meisten auffiel, waren die fröhlichen Gesichter.

Eine geführte Tour mit Anwohnern aus der Nachbarschaft

Man besucht Mathare fast immer mit einem einheimischen Führer. Wir brachen mit Bewohnern des Viertels selbst auf, begleitet von einigen Begleitern. Das klingt vielleicht intensiver, als es sich tatsächlich anfühlte.

Die Tour dauerte etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, und unterwegs gab es viel Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich zu unterhalten. Unsere Guides waren junge Leute aus der Nachbarschaft, die offen über ihr Leben und ihre Erfahrungen sprachen. Besonders gut gefiel mir, dass sich die Gespräche nicht nur auf Probleme und Armut beschränkten. Stattdessen sprachen sie auch über Initiativen, Chancen und Entwicklungen im Viertel.

Nach der Tour wurde uns ein einfaches Mittagessen angeboten. Kein aufwendiges Essen, sondern einfach nur lokale Küche, liebevoll zubereitet. Solche Momente sorgen dafür, dass man nicht nur durch das Viertel spaziert, sondern für einen Augenblick wirklich ein Teil davon wird.

kenia-mathare-23
Mit einem Führer und einigen „Sicherheitsleuten“ erkundeten wir die Nachbarschaft.
kenia-mathare-21
Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt.

Wie reagieren die Anwohner auf Besucher?

Wenn man mit einer Touristengruppe durch Mathare spaziert, erregt man natürlich Aufmerksamkeit. Das fühlte sich manchmal ziemlich widersprüchlich an. Wir schauen uns an, wie die Menschen hier leben, aber gleichzeitig schauen uns die Bewohner natürlich auch an.

Dennoch wurden wir überall freundlich empfangen. Besonders die Kinder waren neugierig und begeistert. Es wurde gewunken, gelacht, und die Kinder wollten oft ein High Five, einen Faustgruß oder kurz Hand in Hand gehen.

Bei Erwachsenen fiel mir auf, dass es anders war. Manche kamen ins Gespräch oder winkten freundlich, während andere hauptsächlich mit ihrem Alltag beschäftigt waren. Das empfand ich als völlig normal. Natürlich freut sich nicht jeder über Besucher in seiner Straße.

Was mir besonders auffiel, war die absolut angenehme Atmosphäre. Niemand versuchte, uns etwas zu verkaufen, und wir wurden nicht ständig angesprochen. Dadurch wirkte die Begegnung authentisch und entspannt.

kenia-mathare-7
Die Nachbarschaft erhält einen Einblick in das Leben der Menschen.
kenia-mathare-17
Und natürlich haben uns auch die Leute angeschaut, vor allem die Kinder.
kenia-mathare-20
Erwachsene lassen sich lieber nicht fotografieren.
kenia-mathare-19
Die Kinder lassen sich aber nur allzu gerne fotografieren.

Resilienz und Entwicklung in Mathare

Was diese Tour besonders deutlich gemacht hat, ist die große Widerstandsfähigkeit der Menschen in diesem Viertel. Natürlich sind die Bedingungen schwierig, und man sieht Dinge, die einen erschrecken. Man denke nur an die unzureichenden sanitären Einrichtungen oder die vielen Menschen, die dicht gedrängt zusammenleben.

Gleichzeitig sieht man aber auch, wie viele Menschen versuchen, aus ihrer Umgebung etwas zu machen. Überall stößt man auf kleine Unternehmen, von Läden und Imbissständen bis hin zu Orten, an denen junge Leute Sport treiben oder sich treffen können.

Wir sahen unter anderem Schulen, Cafés, Spielplätze und ein Fitnessstudio, das von den Bewohnern selbst eingerichtet wurde. Das zeichnete ein ganz anderes Bild als die stereotypen Geschichten, die man oft über solche Viertel hört. Man merkt, dass die Menschen hier nicht nur ums Überleben kämpfen, sondern auch eine bessere Zukunft gestalten wollen.

kenia-mathare-15
Trotz der schwierigen Bedingungen sahen wir viele lächelnde Gesichter.
kenia-mathare-9
Kinder gehen zur Schule
kenia-mathare-18
Und natürlich haben sie auch Spaß.
kenia-mathare-12
Die Bewohner haben Orte eingerichtet, an denen sie sich vergnügen können.

Praktische Tipps für einen Besuch in Mathare

Ein Besuch in Mathare erfordert Respekt und gesunden Menschenverstand. Gehen Sie daher immer mit einem ortskundigen Führer oder einer lokalen Organisation und befolgen Sie deren Anweisungen aufmerksam.

  • Vor dem Fotografieren immer um Erlaubnis fragen.
  • Bewahren Sie Ihr Handy und Ihre Wertsachen möglichst weit weg auf.
  • Bleiben Sie während der Tour bei der Gruppe.
  • Zeigen Sie echtes Interesse und Respekt gegenüber den Bewohnern.
  • Vermeiden Sie herablassende oder unangenehme Fragen

Während meines Besuchs habe ich mich zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. Natürlich befindet man sich dennoch in einem armen und belebten Viertel, wo man wachsam sein sollte. Die Guides wissen genau, wo man sich aufhalten darf und wo nicht.

Es gibt weitere Viertel in Nairobi, in denen ähnliche Touren angeboten werden. In manchen dieser Viertel ist Fotografieren strengstens untersagt oder sogar gänzlich verboten. In Mathare war man während meines Besuchs diesbezüglich etwas entspannter, solange man respektvoll blieb und vorher um Erlaubnis fragte.

kenia-mathare-8
Ein Friseursalon in Mathare
kenia-mathare-13
Hühner gehören zum Essen
kenia-mathare-14
Fisch wird auf der Straße verkauft.

Übernachtung in Nairobi

Nairobi ist eine große und geschäftige Stadt. Daher spielt die Wahl des Viertels, in dem Sie übernachten, eine große Rolle. Manche Reisende bevorzugen ein Hotel in der Nähe des Nairobi-Nationalparks oder des Flughafens Wilson, um schnell zu einer Safari aufbrechen zu können. Andere wiederum bevorzugen ruhigere Viertel wie Karen oder das lebhafte Westlands mit seinen zahlreichen Restaurants und Bars.

In Nairobi findet man Unterkünfte in nahezu jeder Preisklasse. Von einfachen Hotels für einen kurzen Zwischenstopp bis hin zu luxuriösen Safari-Lodges und legendären Hotels wie dem Giraffe Manor. Beachten Sie jedoch, dass der Verkehr in Nairobi sehr stark sein kann. Die Wahl eines Hotels in der richtigen Lage spart oft viel Reisezeit. Während meines Aufenthalts in Nairobi wohnte ich im Stadtteil Kilimani, in der Nähe des Flughafens.

Hotels in Nairobi anzeigen

Häufig gestellte Fragen zu Mathare

Ist Mathare ein sicheres Reiseland?

Mit einem ortskundigen Führer ist ein Besuch in Mathare problemlos möglich. Ich habe mich während meines Besuchs zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. Dennoch ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben und den Anweisungen des Führers genau zu folgen.

Kann man Mathare ohne Reiseführer besuchen?

Nein, das ist keine gute Idee. Ein ortskundiger Führer kennt die Gegend, weiß, wo man sich aufhalten darf und wo nicht, und hilft Ihnen, die Anwohner respektvoll zu behandeln.

Darf man in Mathare fotografieren?

Ja, aber fragen Sie immer vorher um Erlaubnis. Insbesondere ältere Bewohner möchten oft nicht fotografiert werden.

Wie lange dauert eine Tour durch Mathare?

Unsere Tour dauerte etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, inklusive Gesprächen mit Anwohnern und einem einfachen Mittagessen mit regionalen Spezialitäten.

Warum besuchen die Menschen Mathare?

Viele Reisende besuchen Mathare, um ein realistischeres Bild von Nairobi zu erhalten und mehr über das tägliche Leben in der Nachbarschaft zu erfahren.

Zwei Wochen Reise durch Kenia

Mein Besuch in Mathare war Teil einer zweiwöchigen Kenia-Rundreise mit Kipanga Adventures . Während dieser Reise besuchten wir unter anderem den Nairobi-Nationalpark, das Ol Pejeta Naturschutzgebiet, den Hell's Gate Nationalpark, den Naivasha-See, die Masai Mara und den Diani Beach.

Von Safaris und Tierbeobachtungen bis hin zu Begegnungen mit Einheimischen und besonderen Erlebnissen wie einem Besuch in Mathare: Diese Reise hat gezeigt, wie facettenreich Kenia tatsächlich ist.

Code: REIZERENREISTIPS
Zusätzlicher Vorteil für Leser

Kenia-Tour mit Kipanga Adventures

Kipanga Adventures organisiert maßgeschneiderte Reisen durch Kenia mit Safaris, Zugfahrten, Strandaufenthalten und besonderen Begegnungen mit Einheimischen. Geben Sie bei Ihrer Anfrage den Code REIZENENREISTIPS an und erhalten Sie eine kostenlose Nachtsafari als Extra während Ihrer Reise.

  • Maßgeschneiderte Reise
  • Persönlicher Service
  • Fairer Preis
Fordern Sie Ihre Reise an
Kenia-Ballonfahrt-Masai-Mara-1
Heißluftballonfahrt in der Masai Mara
kenia-masai-mara-6
Beobachten Sie die Tierwelt in den zahlreichen Nationalparks.
kenia-ol-pejeta-conservancy-8
Und erleben Sie unvergessliche Momente während einer Reise durch Kenia.

Planen Sie Ihre Reise

Fanden Sie diesen Artikel hilfreich?

Dann kannst du mir über Buy me a Coffee einen Kaffee spendieren.

Dies trägt dazu bei, dass Reizen & Reistips unabhängig bleibt.

Interesse an einer Zusammenarbeit?

Ich arbeite mit Reisezielen, Marken und PR-Agenturen zusammen.

Schauen Sie sich die Möglichkeiten an

Weitere Reisetipps für Kenia?

Hier finden Sie alle Artikel und Tipps zu Kenia.

Alle Artikel und Tipps zu Kenia ansehen